Pressemitteilung 27.11.2010
Diskussion um Inklusion darf nicht das Trojanische Pferd für die Einheitsschule werden. Jahreshauptversammlung wählt Vorstand – Gerrit Ulmke als Vorsitzender im Amt bestätigt.
Wiesbaden. Die Lehrerinnen und Lehrer der Arbeitsgemeinschaft Christlich Demokratischer Lehrer (ACDL) haben am Freitagabend spontan das Thema „Inklusion“ ins Zentrum ihrer Jahreshauptversammlung in Wiesbaden gestellt. Gerrit Ulmke, Landesvorsitzender der ACDL Hessen, warnte diesbezüglich vor der Zerstörung bestehender Strukturen zum Nachteil vor allem behinderter Schülerinnen und Schüler: „Es kann nicht sein, dass die überaus erfolgreich arbeitenden hessischen Förderschulen aufgelöst werden und alle behinderten Kinder pauschal auf allgemeinbildende Schulen verteilt werden! Hier können sich dann Förderschullehrkräfte nur stundenweise um die Belange der Behinderten kümmern, die ansonsten in der Masse einer großen Klasse ertrinken!“
Einig waren sich die Pädagogen in Wiesbaden, dass das Kindeswohl in den Mittelpunkt aller schulpolitischen Diskussion zu stellen ist. „Und genau das passiert nicht!“, kritisiert Ulmke die aktuellen Versuche, unbemerkt von der Öffentlichkeit eine schleichende Umwälzung der Schullandschaft in Gang zu setzen. „Hier wollen Linksideologen die Schulformdebatte der Vergangenheit wieder aufrollen, nur diesmal unter einem neuen Stern!“ Verärgert ist Ulmke vor allem darüber, dass von den Ideologie-Pädagogen die gesamte pädagogische Forschung ignoriert wird, die klar die pädagogische Überlegenheit des gegliederten Schulsystems gegenüber der Gleichmacherei dargelegt hat. Als besonders verwerflich wurde auf der Jahreshauptversammlung der ACDL die Agitation pro Einheitsschule deshalb bewertet, weil hier Kinder mit Behinderungen und deren Eltern instrumentalisiert werden.
Vorausgegangen war der Diskussion ein bildungspolitisches Grußwort von Bettina Wiesmann, MdL, die dem kulturpolitischen Ausschuss des Landtages angehört. Sie forderte vor dem Hintergrund der Schuldenbremse dazu auf, aus jedem ins Schulsystem investierten Bildungs-Euro einen Qualitäts-Euro werden zu lassen und bei allen Entwicklungsvorhaben klare Prioritäten zu setzen.
Im weiteren Verlauf stellte der ACDL-Landesvorsitzende die Zwei-Jahresbilanz des Verbandes zur Diskussion und stellte dabei das Engagement für Lehrerfortbildung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Mindestens eine Fortbildungsveranstaltung pro Monat“, so Ulmke, „wird von uns bzw. aufgrund unserer Unterstützung angeboten!“ Auch der aktuellen Schulpolitik widmete sich Ulmke, enttäuscht über die mangelnde Kooperation und Kommunikation des Kultusministeriums stellte er fest: „Schulpolitisch gesehen sitzt die Opposition mit auf der Regierungsbank!“ Für die folgenden zwei Jahre kündigte Ulmke an, dass sich der Verband verstärkt um die öffentliche Darstellung der inhaltlichen Diskussion kümmern werde. Dabei werde das Thema „Inklusion“ zunächst aufgegriffen.
Abschließend wählten die Mitglieder der ACDL einen neuen Vorstand. Der Wahlleiter, Staatssekretär a. D. Joachim Jacobi, konnte ausschließlich einstimmige Ergebnisse verkünden: Alter und neuer Vorsitzender ist Gerrit Ulmke. Ulmke ist derzeit Fachbereichsleiter am Lessing-Gymnasium in Frankfurt/M. Auch die Stellvertreter wurden im Amt bestätigt: Ursula Feling-Al Hami (Fulda) und Markus Posern (Gießen). Gleiches gilt für die Kassierer Armin Winkler und Björn Kühn. Mit der Neugestaltung der Homepage wurde Holger Hedrich beauftragt. Darüber hinaus wählten die ACDL-Mitglieder 16 Beisitzer, die alle Regionen und Schulformen in Hessen repräsentieren. Ein Novum: auch zwei Lehramtsstudenten wurden in den neuen Landesvorstand gewählt, um die Belange der Lehrerausbildung aus Sicht der Betroffenen verstärkt in den Fokus zu nehmen.
Der neu gewählte Landesvorstand der ACDL Hessen. Wiesbaden, 26.11.2010

11-27-2010
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